Mini Reviews (KW 04/2013)

Hallo werte Leser!

Eine Woche ist wieder rum. Eine sehr Spidey-lastige Woche, wenn ich das so sagen darf. Denn viel außer Spider-Man habe ich nicht gelesen. Aber lest selbst. Hier mein spoilerfreier Rückblick auf die vergangene Woche:

Marvel Deutschland

Letzte Woche habe ich es geschafft immerhin eine deutsche Publikation zu lesen. Avengers #23 bietet erneut drei Tie-Ins zum Event Avengers vs X-Men, die mich durchweg auch gut unterhalten konnten. Zwar ist keins sonderlich überragend, funktionieren aber als Ergänzung zum Hauptevent ziemlich gut. Aber wie immer gilt: Man muss die Tie-Ins nicht lesen. Das Hauptgeschehen begreift man auch ohne sehr gut.

Marvel USA

Wie bereits oben erwähnt war diese Woche sehr Spidey-lastig. Gleich 7 Ausgaben habe ich gelesen!

Begonnen habe ich zum Aufwärmen mit Avenging Spider-Man #14+15. Spider-Man verschlägt es hier ins Savage Land, wo er auf Devil Dinosaur und Moon Boy trifft. Als großer Dinosaurier-Fan hat mir diese zweiteilige Story ziemlich gut gefallen. Dabei geht es hier typisch für die Serie nicht um eine gehaltvolle Story, sondern um lustige und/oder actionreiche Team-Ups. Und genau das habe ich bekommen und wurde sehr gut unterhalten!

Nachdem mein Comichändler endlich (!) Ausgabe #699.1 reinbekommen hat, konnte ich freudig das Finale von Amazing Spider-Man mit Ausgabe #698-699.1 beginnen.
Ich dachte mir ja schon vorab, dass #699.1 nicht zwingend nötig für die gesamte Storyline ist und wurde dann auch bestätigt. Ich hätte auch genauso gut schon früher lesen können. XD Aber auch nicht schlimm. Der Auftakt des finalen Aktes der Serie ist super gut gelungen! Sehr spannend und überraschend! Ich konnte garnicht aufhören zu lesen. *lach* Nur #699.1 war halt etwas nebensächlich und quasi nur ein Prolog für die demnächst startende Serie Morbius: The Living Vampire.

The Amazing Spider-Man #700Die finale Ausgabe #700 bietet auf 108 Seiten dann einen fulminanten und aufrührenden Abschluss der Serie. Ich musste nach dem Lesen der Hauptstory erstmal eine Weile innehalten und das Gelesene verarbeiten. Jetzt bin ich schon sehr gespannt auf den Neustart Superior Spider-Man! Neben der gelungenen Hauptstory bietet diese Ausgabe auch noch ein wenig Bonusmaterial (wie z.B. eine Covergalerie mit allen 700 Covern) und zwei kleine Kurzgeschichten, die auch ganz nett sind. Alles in allem wirklich sehr gelungen, auch wenn das Ganze ziemlich kontrovers ist! Aber mir egal, ich freue mich auf eine spannende Zukunft mit Spider-Man!

Zum Abschluss habe ich dann auch noch Avenging Spider-Man #15.1 gelesen, das direkt an Ausgabe 700 anschließt und quasi eine Art Nachspiel ist oder aber auch als Prolog zu Superior Spider-Man gesehen werden kann. Auf jeden Fall fand ich das äußerst interessant und lässt schonmal erahnen, was auf uns zukommen könnte. Hat mir ziemlich gut gefallen!

Auf den letzter Drücker habe ich Sonntag Abend noch das erste Trade Paperback (TPB) der neuen Captain Marvel Serie zu Ende gelesen und den Blog – der sich seit einer Woche in der Mache befindet – hochgeladen. Ich hatte mit dem Comic echt meine Schwierigkeiten, da ich der Story kaum folgen konnte und bis jetzt nicht sicher bin sie richtig verstanden zu haben, weswegen der Blog dazu auch etwas holprig ist. (*sich entschuldigt*) Unterm Strich hatte der Comic zwar seine guten Momente, konnte mir jedoch insgesamt nicht gefallen.

In nächster Zeit werde ich mich dann auch mal endlich mit meinem US-Comics Stapel beschäftigen und die ganzen Marvel NOW! Sachen nachholen.

Manga

Bakuman. #17Eigentlich wollte ich zum aktuell 17. Band von Bakuman. einen großen Blog schreiben, aber irgendwie hatte ich dann doch keine Muße dazu, weswegen ich nun hier ganz kurz meinen Senf dazu gebe. Wie immer hat mir auch dieser Band einfach nur super gut gefallen! Viele behaupten ja die Serie werde qualitativ schlechter, doch das konnte ich bisher absolut nicht nachvollziehen. Jeder Band aufs Neue ist eine Wonne und man sitzt auch angenehm lang mit dem Lesen dran. ^^ Noch drei Bände, dann ist die Serie beendet, aber ich fiebere jedem neuen Band entgegen! Wer mehr zu dieser tollen Serie erfahren möchte, darf sich gerne meine Blog dazu durchlesen.

Film & TV

Am Samstag haben wir den Film Total Recall geguckt. War soweit auch ganz unterhaltsam, muss man aber nicht gesehen haben. Viel Action und eine interessant anmutende Geschichte, die aber im Endeffekt nicht wirklich besonders ist. Für einen kurzweiligen Filmabend aber allemal zu gebrauchen!

Ansonsten beschäftigen wir uns filmtechnisch aktuell mit einigen Disneyfilmen, die mein Freund noch nicht gesehen hat. Ebenfalls Samstag war dann Atlantis – Das Geheimnis der verlorenen Stadt an der Reihe. Ich meine zwar den Film schonmal gesehen zu haben, konnte mich aber kein Stück mehr an irgendwas erinnern. XD Insofern konnte ich den nochmal auf mich wirken lassen und war überrascht, dass er mir doch besser gefallen hat als erwartet. Zwar kein Meisterstück, aber doch unterhaltsam. Nur den Stil mag ich nicht besonders.

Und das war’s dann auch. Erwähnenswert ist höchstens noch, dass ich am Freitag meine Ausbildung zum Kaufmann im Groß-/Außenhandel beendet habe! ^.^v Ich werde auch glücklicherweise übernommen und habe einen unbefristeten Arbeitsvertrag bekommen. Da kann ich mich doch schonmal glücklich schätzen. Die nächste Zeit wird aber sicherlich stressig, deswegen freue ich mich darauf auch nächste Woche nach Feierabend ein paar Comics zu lesen. Bis dahin eine angenehme Woche!

Euer Blackshark

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Kämpfer (Band 1)

Wie in meinem gestrigen Blog angeküdigt, stelle ich heute Kazés zweite Neuerscheinung Kämpfer vor.

Kämpfer erscheint seit 2008 in Media Factorys Seinen-Magazin Comic Alive (wie auch Iris Zero) und wurde in bisher 8 Sammelbänden veröffentlicht. Der Manga (gezeichnet von Yu Tatibana) basiert auf einer 15-bändigen Light Novel Serie aus der Feder von Toshihiko Tsukiji.

Handlung (???)

Der 17-jährige Natsuru Seno verwandelt sich urplötzlich eines Tages in eine Frau und wird kurz darauf von einem sprechenden Plüschtier aufgeklärt, dass er als „Kämpfer“ auserkoren wurde. Kämpfer sind grundsätzlich weiblich und ihre Aufgabe ist es andere Kämpfer zu bekämpfen. Warum? Das weiß wohl niemand so Recht, aber irgendeinen Grund muss es ja geben, also wird sich schön gekloppt.

Zeichen- und Erzählstil

Von da an wird Natsuru eher unfreiwillig in Kämpfe verwickelt und verwandelt sich dann immer Magical Girl-mäßig in eine Frau. Er lernt andere Kämpfer kennen, mit denen er sich entweder zusammenschließt oder konkurriert. Darüber schwebt dann immer die Frage warum man eigentlich kämpfen muss. Dazu gibt es noch ein klein wenig Fanservice und eine Prise Situationskomik.

Die Zeichnungen gefallen mir nicht. Alles ist recht kantig und teilweise wirken die Charaktere je nach Perspektive ganz anders und sind nicht immer gut auseinanderzuhalten.

Fazit

Ich denke man hat gemerkt, dass mir Kämpfer auf Anhieb nicht so Recht gefallen will. Die „Handlung“ ist bisher eher platt, die Zeichnungen zweckdienlich und auch ansonsten gibt es einfach von allem zu wenig. Dafür, dass es ums kämpfen geht, hat man im ersten Band erstaunlich wenig Action, bzw. ist die Action nicht sonderlich spannend in Szene gesetzt. Zudem hätte ich mit wesentlich mehr Fanservice gerechnet, denn auch dieser ist erstaunlich gering gehalten. Das stört mich zwar überhaupt nicht, da ich sowas nicht brauche, aber es hat mich überrascht. Dann ist noch ein wenig „Romance“ eingebaut, die eigentlich auf die typische Genre-Konstellation ausgelegt ist. Männliche Hauptperson hat haufenweise Frauen um sich und stellt sich eher tollpatschig an. Somit ist Kämpfer bisher nicht Halbes und nichts Ganzes. Von allem etwas, aber nichts richtig gut. Einzig der Humor und der ein oder andere Charakter wissen hier und dort zu gefallen und richtig langweilig ist es dann auch wieder nicht. Man möchte halt doch wissen, was denn nun dahintersteckt. Deswegen bin ich doch durchaus gespannt auf die Folgebände und ob die Serie vielleicht noch ein wenig besser wird. Bisher alles leider sehr platt.
Wer sehen möchte wie sich ein Kerl in eine Frau verwandelt und in allerlei witzige Situationen und/oder Kämpfe gerät, dem kann ich Ranma 1/2 empfehlen. Bei Kämpfer sollte man erstmal reinlesen und dann entscheiden, ob es einem zusagt.

Iris Zero (Band 1)

Der Oktober ist üblicherweise der Monat, in dem bei jedem Verlag ein neues Programm beginnt. Nachdem Kazé meines Erachtens ziemlich erfolgreich und überaus zufriedenstellend neuen Fuß im deutschen Mangageschäft gefasst hat, war ich ziemlich gespannt auf die Neuankündigungen. Kazé startete Iris Zero und Kämpfer. Auf Zweiteres gehe ich in meinem nächsten Blog ein. Da mich Iris Zero mehr interessiert hat, habe ich es zuerst gelesen und wird dementsprechend auch zuerst vorgestellt.

Iris Zero läuft seit 2009 im monatlich erscheinendem Seinen-Magazin Comic Alive des Verlages Media Factory (welcher mir bisher unbekannt war). Der Autor des Manga nennt sich Piroshiki. Verantwortlich für die Zeichnungen zeigt sich Hotaru Takana. Beide feiern mit Iris Zero ihr Seriendebüt und haben bisher 5 Sammelbände veröffentlicht. Anscheinend ist der Zeichner aber wohl momentan krank, weswegen der Manga in Japan auf Eis liegt. Aber das soll uns nicht beirren, denn in Deutschland haben wir ja gerade erst angefangen.

Handlung

Japan: Immer mehr Kinder werden mit einer besonderen Fähigkeit geboren, die sich „Iris“ nennt. Jede Iris unterscheidet sich von der anderen und befähigt bestimmte Dinge zu sehen, die andere nicht sehen. Mittlerweile vermutet man, dass ungefähr 99 % aller Kinder eine Iris besitzen. Jene, die ohne Iris geboren werden, nennt man „Iris Zero“. Diese sind oftmals Opfer von Mobbing oder werden von anderen Kindern gemieden. So auch die Hauptperson Toru Mizushima, der als Kind einiges durchmachen musste und es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, so wenig wie möglich aufzufallen, um bloß keinen Ärger zu erregen.
Eines Tages jedoch wird er unerwartet vom Schwarm aller Jungs, Koyuki Sasamori, angesprochen und um Hilfe gebeten. Von da an fängt sein unauffälliges Leben an zu bröckeln.

An dieser Stelle möchte ich nicht näher auf die weitere Handlung eingehen. Lest es lieber selbst. 🙂

Zeichen- und Erzählstil

Erzählrerisch ist die Geschichte eher episodenhaft aufgebaut. Im Mittelpunkt steht immer ein anderer Schüler und sein Iris. Generell hat dieser Schüler irgendein Problem und unser „Iris Zero“ Toru hilft mehr oder weniger unfreiwillig bei der Lösung. Nach und nach werden so die wichtigsten Charaktere vorgestellt.
Die Zeichnungen sind eher kindlich/niedlich gehalten, passen aber sehr gut zur locker flockigen Erzählweise. Mir gefallen die Zeichnungen durchweg gut.

Fazit

Iris Zero hat mich positiv überrascht. Die Idee der Hauptperson mal keine besonderen Fähigkeiten zu geben und stattdessen seinem kompletten Umfeld, gefällt mir wirklich gut. Und gerade die Tatsache, dass Toru am liebsten garnicht auffallen würde, aber trotzdem immer wieder in den Mittelpunkt gerät ist sehr witzig. Auch die Charaktere und ihre Fähigkeiten gefallen mir; sie wachsen recht schnell ans Herz und sind gut ausgebaut oder auch ziemlich mysteriös, so dass man unbedingt wissen möchte was es mit ihnen auf sich hat. Gerade deswegen freue ich mich auf die Folgebände.
Ein guter Manga braucht zuallererst gute Charaktere und die hat Iris Zero. Wer lockere Geschichten mit einem Touch Fantasy und ernstem Unterton gern hat, sollte sich hier wohl fühlen. Ich empfehle mal in Band 1 reinzulesen!

Piece – Erinnerung an eine Fremde (Band 1)

Es gibt viele Arten von Manga und ich gehöre zu den Leuten, die sich auf so gut wie alles einlassen können. Seien es stupide Komödien, klischeehafte Romanzen, packende Action oder mysteriöse Geschichten; ich kann an vielem Spaß finden. Manchmal kommt es auch vor, dass man eine Perle im wüsten Genrebrei findet, die sich angenehm von Konkurrenten abhebt.
Genau darüber hatte ich mit meiner Comicverkäuferin und einem Kunden geredet und irgendwie kamen wir dann auf den kürzlich bei Tokyopop erschienen Manga Piece zu sprechen. Eigentlich wollte ich mir ja nicht mehr viele Neustarts kaufen, aber wenn man schon bei Ankündigung ein Interesse hatte und den Manga dann auch noch mehrfach empfohlen bekommt, dann muss man doch mal reinlesen. *g*

Piece – Erinnerung an eine Fremde erscheint seit 2008 in Shogakukans Shoujo-Magazin Bestucomi und hat es bisher auf 8 Bände gebracht. Verantwortlich zeigt sich Mangaka Hinako Ashihara, die in Deutschland ein bisher eher unbeschriebenes Blatt ist. Kundige Mangafans mögen eventuell den Titel Sunadokei kennen, welcher in 10 Bänden komplett bei Panini/Planet Manga 2006-2007 erschienen ist. Auch dieser Manga wurde mir bereits empfohlen, aber zunächst werfen wir doch mal einen Blick auf den ersten Band von Piece.

Handlung

Die 19-jährige Haruka Origuchi stirbt an Brustkrebs. Zu Lebzeiten war sie eher unscheinbar, ein Außenseiter und Mobbing-Opfer, weswegen sich auch kaum jemand ihrer ehemaligen Klassenkameraden an sie erinnert.
Deswegen staunt die Protagonistin Mizuho Suga nicht schlecht als die Mutter der Verstorbenen sie plötzlich als angebliche Freundin erkennt und sie um einen Gefallen bittet, der von ihr abverlangt, mehr über das Leben ihrer ehemaligen Klassenkameradin herauszufinden.

Dabei trägt Mizuho selbst schon ihre eigenen Problemchen mit sich rum, hat sie doch den Ruf eher gefühlskalt zu sein und sich nur für sich selbst zu interessieren. Um sich zu ändern willigt sie jedoch ein Harukas Mutter zu helfen und stellt Nachforschungen an. Stück für Stück ergibt sich so ein ungeahntes Bild der Person, die zu Lebzeiten eher ignoriert oder gehänselt wurde.

Der Manga fokussiert sich hierbei jedoch nicht nur auf die Verstorbene, sondern legt vor allem im ersten Band viel wert auf die restlichen Charaktere, beschäftigt sich mit der Frage wie man sich anderen Menschen gegenüber verhalten soll und dringt tief in die Gedankenwelt der Protagonistin ein.

Der erste Band enthält 3 Kapitel, die – neben der Rahmenhandlung – immer einen bestimmten Charakter fokussieren und dem Leser diesen näherbringen. Dabei herrscht stets eine eher melancholische Stimmung, die jedoch hin und wieder etwas aufgelockert wird.

Zeichnungen + Erzählstil

Die Zeichnungen sind grundsolide und legen viel Wert auf die Charaktere, weswegen man recht oft „Großaufnahmen“ der Gesichter sieht, was die Emotionen näher bringen soll.
Erzählerisch befindet man sich oft in der Gedankenwelt der Protagonistin und „lauscht“ ihren inneren Monologen, welche zumeist von einem Flashback begleitet werden, der die Vergangenheit/Schulzeit beleuchtet und die Beziehungen der Charaktere untereinander verdeutlicht.

Generell schreitet die Handlung eher gemächlich voran, nimmt sich dabei aber viel Zeit für die Charaktere, ihre Gefühlswelt und ihre Probleme.

Fazit

Piece hebt sich durchaus vom Shoujo Einheitsbrei ab und könnte eine tiefgründigere Geschichte werden. Natürlich steht auch hier wieder eher das Thema Liebe im Vordergrund, jedoch wird damit ganz natürlich und nicht überstürzt umgegangen. Es werden eher die Probleme dargelegt, die ein jeder mit der Liebe haben kann.
Auch das gesellschaftlich stets relevante Thema Mobbing wird hier interessant untergebracht. Die Idee eine Gesichte rund um eine verstorbene Person aufzubauen, halte ich für recht innovativ. Stück für Stück – eben wie bei einem Puzzle – taucht man tiefer in das Leben der Fremden ein, erfährt viel Neues und kriegt vor Augen geführt, dass ein Mensch viel tiefgründiger sein kann, als man vermutet.
Generell hat mir der erste Band gut gefallen, trifft er doch gerade durch seine melancholische Ader und der Thematik des Umgangs mit Mitmenschen, einen Nerv und erzählt nebenbei eine Geschichte, die sich spannend entwickeln könnte. Leider blieb aber die Begeisterung aus, weswegen ich noch nicht entschieden habe, ob ich den nächsten Band direkt kaufen werde.
Fans von Shoujo-Manga mit der gewissen Prise Tiefgang sei der Manga aber ans Herz gelegt.

Billy Bat – Band 1

Billy Bat ist das neuste Werk des Mangaka Naoki Urasawa (u.A. Monster, 20th Century Boys, Pluto). Der Manga erscheint seit 2008 in Kodanshas wöchentlichem Seinen-Magazin Morning und wurde bis dato in zehn Sammelbänden zusammengefasst.
Diesen Monat war es nun auch endlich in Deutschland so weit und Billy Bat kann überall, wo es Bücher gibt erworben werden. CarlsenManga veröffentlicht das Werk im größeren Taschenbuchformat für 8,95 € je Band. Der Preis rechtfertigt sich vor allem durch die hohe Anzahl an Farbseiten, von denen im ersten Band sage und schreibe 25 zu finden sind.
Zudem ist es leider so, dass die Werke des Autoren bisher noch recht verhaltenen Absatz finden, obgleich durch Carlsens gelungener Veröffentlichung von Pluto (2010-2012) einige Mangafans aufmerksam geworden sein dürften. Urasawa-senseis frühere in Deutschland veröffentlichte Werke hatten es leider sehr schwer. Monster erschien 2002-2006 bei EMA und war dann auch ziemlich schnell wieder verschwunden. Panini beendete mit Ach und Krach 20th Century Boys (2002-2010), obwohl es mehr als schlecht um diese Serie stand. Beide Serien haben gemein, dass sie als Geheimtipp gelten und mittlerweile ziemlich schwer zu bekommen sind.
Umso erfreulicher ist es, dass Carlsen sich diesem grandiosen Mangaka annimmt und nun endlich ein weiteres Werk den Weg in deutsche Buchhandlungen findet.

Ich hab den Manga sehr herbeigesehnt. Zum einem, da mir die Werke des Autors bisher sehr gefallen haben und zum anderen, weil man stets ziemlich gute Kritiken liest. Das war Grund genug mir den ersten Band zu besorgen.
Also schauen wir uns das Ganze doch mal (spoilerfrei) an.

Handlung

Die Rahmenhandlung gestaltet sich erstaunlich banal. 1949, ein japanischstämmiger US-Comic Zeichner feiert große Erfolge mit seinem Comic Billy Bat. Eines Tages erfährt er jedoch, dass es in Japan bereits eine Mangafigur gebe, die haargenau so aussieht. In der Befürchtung ein Plagiat begangen zu haben, reist er nach Japan um der Sache auf den Grund zu gehen und gerät dabei in Ereignisse, die viel tiefgreifender sind, als er es je erahnt hatte. Und seine Figur Billy Bat, spielt eine tragende Rolle.

Viel mehr kann man dazu auch nicht sagen ohne großartig zu spoilern. Der erste Band entwickelt sich rund um dieses Grundkonzept und als Leser fragt man sich zunächst was das überhaupt soll, wird dann aber unweigerlich in eine mysteriöse Story gezogen, die ziemlich tiefgründig zu werden scheint. Hierbei werden jedoch kaum Fragen geklärt, sondern nur aufgeworfen. Folglich ist das Werk genau das richtige für Mystery-Fans, die es lieben, wenn nicht alle Storyaspekte von Anfang an klar sind. Als Leser steht man genauso ahnungslos und überrascht da wie die Hauptperson Kevin Yamagata. Man weiß eigentlich garnichts, entdeckt immer mehr mysteriöse Dinge und das obwohl es angeblich doch eigentlich nur um ein Plagiat ging.

Zeichnungen + Erzählstil

Urasawa-senseis Zeichnugen sind gewohnt realstisch und düster gehalten. Dies kommt vor allem nach der Einleitung gut zur Geltung. Die kompletten ersten anderthalb Kapitel stellen nämlich den US-Comic Billy Bat dar; bunt und comichaft. Der Übergang zum eigentlichen Manga gestaltet sich dabei ziemlich genial. So werden die bunten Zeichnungen allmählich schwarz-weiß und skizzenhaft, bis man schließlich den Zeichner am Zeichenpult sitzen sieht, wie er gerade genau das Kapitel zeichnet, das man zuvor gelesen hat. Da wird man erstmal vom detailreichen Zeichenstil erschlagen. Eine wirklich gelungene und kreative Art einen Manga zu beginnen.
Die Geschichte liest sich durch die klare Panelaufteilung sehr angenehm. Hin und wieder wird innerhalb eines Kapitels ein wenig in der Zeit gesprungen, was mir persönlich sehr gefällt. Beispielsweise agiert die Hauptperson in einer Bar, es passiert etwas, die Szene wechselt zu einem späteren Zeitpunkt und dann werden die Ereignisse, die in der Bar passiert sind quasi als Flashback erzählt. Ist etwas schwierig zu beschreiben, mag nicht jedem gefallen, ich finde es aber eine schöne dramaturgische Art Ereignisse widerzugeben.

Fazit

Der erste Band von Billy Bat, konnte meine wirklich hohen Erwartungen noch nicht erfüllen. Aber meine Erwartungen richten sich ja auch an die Serie als Ganzes und nicht auf den ersten Band. Dieser gibt dem Leser einen interessanten und äußerst mysteriösen Einstieg und macht neugierig auf das Folgende.
Wie bereits oben erwähnt kann man den Manga Mystery Fans nur ans Herz legen.
Vollends überzeugen konnte mich Billy Bat noch nicht, hat aber meine Neugier geschürt und ich vertraue hier auf Urasawa-sensei und die positiven Kritiken, dass mich hier noch Großes erwarten wird.

Bakuman.

Hi Leute!

Heute möchte ich euch den Manga Bakuman. präsentieren, der in Japan mit 20 Bänden abgeschlossen ist. Das Werk stammt vom Zeichner Takeshi Obata (Hikaru No Go) und Autor Tsugumi Ohba (Death Note). Hierzulande ist gerade Band 16 erschienen.

Der Manga lief seit 2008 in Shueishas Magazin Weekly Shounen Jump und wurde dieses Jahr beendet. In Deutschland nahm sich der Verlag Tokyopop der Serie bereits ein Jahr später an, nachdem schon die Serie Death Note des selben Autorenteams große Erfolge feierte. 2013 wird der Manga dann auch hierzulande sein Ende finden. Grund genug am Ball zu bleiben und den Manga nun in meinem Blog bis zum Ende zu begleiten.

Bevor ich mich jedoch den Ereignissen in Band 16 widme, möchte ich ein paar Worte zu Serie bis dato verlieren.
Bakuman. handelt vom Werdegang der Mangaka Moritaka und Akito. Die Handlung begleitet die beiden Jugendlichen von ihrem Wunsch Mangaka zu werden, über ihre ersten Schritte, bis hin zu den vielen Erfolgen und Misserfolgen, die sie in ihrer Karriere erleben. Man könnte fast meinen die Autoren des Manga hätten Pate gestanden. Dementsprechend präsentiert sich Bakuman. nahezu realistisch und beschäftigt sich mit den vielen Problemen und Hindernissen, die einen Mangaka erwarten. Der Manga spielt auch tatsächlich im Verlagshaus Shueisha und Moritaka und Akito (Künstlername: Ashirogi) veröffentlichen ihre Manga stets im Weekly Shounen Jump.
Trotz der Realitätsnähe darf man aber natürlich nicht vergessen, dass die Geschichte fiktional ist. Wobei ich dem Manga durchaus abnehme, dass viele Sachen genauso auch in der Realität stattfinden. Und genau das macht auch den Charme der Serie aus.

Wie in jedem Manga sind natürlich die Charaktere besonders wichtig. Hier macht Ohba-sensei alles richtig und präsentiert viele abwechslungsreiche Charaktere, die sowohl als Freunde als auch als Konkurrenten oder sogar beides auftreten.
Äußerst interessant sind zudem die Einblicke in die vielen Manga, die im Laufe der Handlung von Bakuman. von unterschiedlichsten Figuren stammen. Diese Einblicke sind stets kurz gehalten, wissen aber zu fesseln. So kriegt man viele Einblicke in die unterschiedlichsten Geschichten und ihre Entstehung.

Aber auch die Rahmenhandlung weiß zu überzeugen. Drama, Comedy, Romantik … alles findet man angenehm portioniert wieder. Jeder Charakter hat seine eigenen Probleme oder Methoden, was den Manga ungemein lebendig wirken lässt. Stets lernt man neue Charaktere kennen, auf die dann zeitweise der Fokus in einer Nebenhandlung gelegt wird, bis quasi der nächste Charakter an der Reihe ist. Jedoch bleibt jeder Charakter der Handlung erhalten und man erfährt immer zwischendurch wie es denn um jeden steht.
Im Grunde ist Bakuman. ein ziemlich extravaganter „Battle Manga“, wo sich aber halt nicht mit Fäusten o.Ä. geprügelt wird, sondern diverse Mangaka konkurrieren um möglichst gut im wöchentlichen Ranking abzuschneiden. Irgendwie dreht es sich auch immer ums Ranking, aber wie die Sache dargestellt wird ist ungemein fesselnd, auch weil immer ein anderes Thema im Vordergrund steht und überzeugend darlegt auf was für Probleme Mangaka stoßen können.

Die Zeichnungen sind wie von Obata gewohnt ziemlich gut und eher realistisch gehalten. Wobei man sich darüber streiten kann, ob er sich verbessert hat oder nicht. Ich mochte seinen Stil früher lieber, kann aber auch den aktuellen Zeichnungen etwas abgewinnen. Obata-sensei zählt für mich immer noch zu den besten Zeichnern Japans.
Die Handlung ist trotz der Einfachheit immer erstaunlich spannend und fesselnd. Man fiebert immer mit den Charakteren mit, freut sich über Erfolge, ist enttäuscht über Misserfolge, ärgert sich über diverse Entscheidungen und verfolgt gespannt wie es weitergeht.

Ich kann den Manga jedermann empfehlen. Er ist wirklich gelungen und man sollte sich dieses Werk nicht entgehen lassen.

Nun komme ich zum aktuellen Band 16 und weise daraufhin, dass ab jetzt Spoiler folgen.

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Im Folgenden gehe ich näher auf Handlung und Ereignisse der Geschichte ein. Wer sich nichts vorwegnehmen möchte, hört hier auf zu lesen.
Ab hier SPOILER zu Band 16!

Band 16 hat mich wieder mal ungemein gefesselt und mich erneut erstaunt wie ein so simples und scheinbar langweiliges Thema Spannung erzeugt.

Diesmal dreht sich die Handlung endlich mal wieder um Eiji, der in letzter Zeit ja doch eher in den Hintergrund gerückt ist.
Eiji strebt an der Nummer 1 Zeichner des Jump zu werden und endlich wird wieder aufgegriffen, was schon seit Beginn der Reihe in der Luft schwebt. Eiji hatte damals angekündigt, dass er sich das Recht vorbehält eine Serie abzusetzen, die er nicht mag, sobald er Nummer-1-Zeichner des Jumps geworden ist. Als es dann so weit ist und er die Bombe platzen lässt, ist man doch etwas überrascht. Er möchte doch tatsächlich seine eigene Serie Crow beenden. Und zwar so, wie er es möchte; auf dem Höhepunkt seiner Karriere soll sich Crow mit einem Paukenschlag verabschieden und nicht wegen des kommerziellen Erfolges fortgeführt werden.
Wow! Respekt! Diese Entscheidung hat Eiji in meiner Gunst enorm steigen lassen. Zu Beginn des Manga mochte ich ihn garnicht, aber er wurde mir immer sympathischer. Hieran sollten sich doch mal viele reale Mangaka ein Beispiel nehmen. MMn laufen manche Serien schon viel zu lang und haben ihre besten Tage schon hinter sich. Aber das ist ein anderes Thema.

Natürlich stößt Eiji auf großen Widerstand. Zum einem die Jump Redaktion, die natürlich den Magazinseller nicht aufgeben möchte, und zum anderen die Konkurrenten, die Crow nicht ziehen lassen wollen, ehe sie es nicht schlagen konnten. Somit folgt die Bedingung, dass sich Crow 10 Wochen auf Platz 1 halten muss, damit Eiji es beenden darf. Und zum Glück schafft er es auch.^^
Infolge der Ereignisse erhält man ziemlich viele Einblicke in die Manga der Protagonisten, die sich bemühen ihre Serien zu verbessern um Crow noch schlagen zu können. Das hat mir ziemlich gut gefallen. Die Idee der Ashirogis eine Farbseite in die Story einzubauen war cool und es hat mich echt gefreut, dass ich auf dieselbe Idee gekommen bin. *g* Die Umsetzung war dann zwar nicht so bombastisch wie sie dargestellt wurde, aber immer noch toll.

Ich bin aber wirklich froh darum, dass Eiji Crow beenden durfte wie er es wollte. 🙂
Er präsentiert sich hier auch einfach saucool und seine Ankündigung den weltbesten Manga zu kreiren, nimmt man ihm auch ab. Einfach ein begabter Zeichner, der für Manga lebt. Allein schon die zig Serien, die er unveröffentlicht neben Crow und +Natural gezeichnet hat. O_o WAHNSINN!

In logischer Schlussfolgerung beschäftigt sich die weitere Handlung dann mit +Natural Autorin Aiko, die hart am sinkenden Erfolg ihrer Serie zu knabbern hat und Eiji als Zeichner sich reichlich wenig dafür interessiert. Das war wirklich ein schönes Kapitel, das den Leser Aiko noch etwas näher gebracht hat und man doch tatsächlich Sympathien für sie entwickeln konnte.

Der neu beginnende Arc wirkt auch ganz interessant. Haufenweise „alte“ Zeichner bewerben sich plötzlich mit grandiosen Geschichten. Ich tippe ja ganz stark darauf, dass Toru dahintersteckt. Was er bezweckt ist mir aber ein Rätsel. Da wird der nächste Band wohl mehr Aufschluss bieten.

Dieser erscheint leider erst zu Weihnachten, insofern ist wie immer warten angesagt. Und wie immer freue ich mich riesig auf den nächsten Band um mich dann wieder fesseln zu lassen. 🙂

One Piece Review

Hallo zusammen!

Letztes Jahr im Dezember habe ich ein kurzes Review zu meinem Lieblingsmanga One Piece geschrieben. Dieses Review möchte ich meinen Bloglesern nicht vorenthalten und veröffentliche es nun hier nachträglich. Das Review ist spoilerfrei und umfasst meinen Kenntnisstand bis Band 60.

Ein paar Infos vorab:
One Piece erscheint im Carlsen Verlag und umfasst in Deutschland mittlerweile 63 Bände. Die Originalausgabe erschien im japanischen Verlagshaus Shueisha im weltberühmten Mangamagazin Weekly Shounen Jump und umfasst derzeit 67 Bände. Der Autor Eiichiro Oda werkelt derweil stetig an der Fortführung.
Aber genug vom Kleinkram. Kommen wir zu besagter Review.
Danke schonmal fürs Lesen! 🙂

Review (Dezember 2011)

Wenn man von Manga redet fallen zweifelsohne oft die gleichen Titel. Auch One Piece wird gerne in einem Atemzug mit Klassikern wie Sailor Moon oder Dragonball genannt. Die Serie schlägt alle Verkaufsrekorde und die Beliebtheit wächst stetig. Grund genug mal einen genaueren Blick auf die Serie zu werfen.

Die Story

One Piece spielt in einer fiktiven Welt, die hauptsächlich aus Meeren und den Inseln auf ihnen besteht. In dieser Welt treiben viele Piraten ihr Unwesen, die der Weltregierung ein Dorn im Auge sind. Einer dieser Piraten namens Gold Roger avancierte zum sogenannten „König der Piraten“ Doch auch dieser „Piratenkönig“ wurde schließlich gefangen genommen und hingerichtet, jedoch nicht ohne ein Welle an Euphorie erzeugt zu haben, die die Welt verändert hat. Kurz vor seinem Tod berichtete er von seinem Schatz, den er irgendwo auf der Welt versteckt hat. Angespornt durch Habgier und Abenteuerlust machten sich viele Leute auf die Suche nach dem sagenumwobenen Schatz – dem One Piece – und wurden Piraten. Dieses Zeitalter wird als „das große Piratenzeitalter“ in die Geschichte eingehen.
Auch die Hauptperson dieses Manga, ein 17-jähriger Junge namens Ruffy, sticht 20 Jahre nach dem Tod Gold Rogers in See, mit dem einen Ziel das One Piece zu finden und Piratenkönig zu werden. Sein Markenzeichen ist ein Strohhut, den er als Kind von seinem großen Piratenidol, dem „roten Shanks“ bekommen hat, in dem Versprechen ein großer Pirat zu werden. Ruffy ist zudem in Besitz einer sogenannten Teufelskraft, die es ihm ermöglicht sich zu dehnen wie Gummi. Diese Teufelskräfte, von denen es unzählige gibt, erlangt man durch das Essen einer Teufelsfrucht. Im Austausch für diese unglaublichen Kräfte, verliert man jedoch die Fähigkeit zu schwimmen und geht im Wasser unter wie ein Stein.
Ruffy segelt fortan um die Meere, erlebt unzählige Abenteuer auf den unterschiedlichsten Inseln und baut sich eine schlagkräftige Crew zusammen.

Die Charaktere

One Piece strotzt nur so von Charakteren, die unterschiedlicher nicht sein könnten und hervorragend ausgebaut sind. Jeder hat seine individuellen Eigenschaften und Fähigkeiten, seine eigene Vergangenheit, Ziele und Moralvorstellungen. Kein Charakter ähnelt dem anderen und man lernt sie lieben oder hassen. Der Autor konzentriert sich dabei jedoch nicht nur auf die Hauptpersonen, sondern legt auch viel Wert auf die Nebencharaktere. Jede Insel hat seine eigenen Bewohner und immer wieder lernt man neue Gesichter kennen, die ihre eigene Geschichte haben.
Die unterschiedlichen Gruppierungen, Völker und Teufelskräfte tun ihr übriges. Marine, Piraten, seltsame Tiere, Tiermenschen, Riesen und vieles mehr bieten eine willkommene Vielfalt.

Das Setting

Wie bereits erwähnt besteht die Welt hauptsächlich aus Meeren. Der North, West, South und East Blue, die sich in der jeweiligen Himmelsrichtung befinden, werden zu gleichen Teilen von der Grand Line und der Red Line, die sich wie Streifen horizontal und vertikal über die Welt ziehen, getrennt. Die Grand Line ist das größte und gefährlichste Meer und die Geschichte spielt sich hauptsächlich dort ab. Die Red Line ist ein riesiger Kontinent, über den aber nicht mehr bekannt ist.
Überall auf der Welt gibt es zahllose Inseln, die mal bewohnt, mal unbewohnt sind und immer andere Orte beherbergen. Ob Wälder, Wüsten, Schneegebirge oder Städte, selten hat man so viele abwechslungsreiche Orte in einem Manga.

Der Stil

Zeichnerisch ist One Piece zu Beginn recht schlicht gehalten und hat kein außergewöhnliches Artwork. Im Laufe der Serie verbessert sich der Zeichner jedoch merklich und die Darstellungen werden immer detaillierter und aufwendiger. Man kann sich teilweise minutenlang an einem Panel aufhalten (wenn man das möchte) und findet immer wieder kleine Details. Besondere Szenen werden gekonnt über große Panels oder teilweise sogar zwei Seiten dargestellt und unterstützen die Atmosphäre ungemein.
Am Erzählstil gibt es auch nichts zu meckern. Oda-sensei lässt sich Zeit die Ortschaften und Charaktere zu entwickeln und baut dabei einen sehr angenehmen Spannungsbogen auf. Die Geschichte selbst ist zu Beginn noch sehr episodenhaft, hinterlässt aber hier und dort ein paar offene Fragen, Andeutungen und Geheimnisse, die die Neugierde ins Unermessliche steigen lassen. Die einzelnen Storyabschnitte (Arcs) werden zunehmend länger und obgleich der Ablauf oft recht vorhersehbar ist, fesseln sie mit fantastischen Orten, skurrilen Charakteren, vielen Geheimnissen, Emotionen, Dramatik, Überraschungen, Humor, Coolness und Action! Doch wer glaubt, dass immer alles vorhersehbar ist, der hat weit gefehlt, denn Oda-sensei überrascht vor allem im späteren Verlauf mit ungeahnten Wendungen und Ereignissen mit Ausmaßen, die man sich zu Beginn nie hätte vorstellen können.

Der Humor der Serie ist natürlich Geschmackssache. Dieser wirkt manchmal albern und unangemessen, weiß aber in vielen Momenten ebenso sehr zu unterhalten und die Stimmung aufzulockern. Oft genug sitzt man lachend oder schmunzelnd vor dem Manga. Oda-sensei flechtet gekonnt lustige Szenen in ernste Situationen ein, ohne dass die Situation an sich entschärft wird.
Aber obwohl man in One Piece viel zu lachen hat, kann man genauso gut weinen, denn auch Emotionen und Dramatik werden hier groß geschrieben. Die Geschichten und insbesondere die Vergangenheit der Charaktere weisen oftmals eine Tragik auf, die einem die Tränen in die Augen treibt.

Die Action-Szenen der Serie sind ebenfalls immer fesselnd dargestellt und rauben einem oftmals den Atem. Bei spannenden oder coolen Szenen bleibt eine Gänsehaut, wegen der ausdrucksstarken Darstellung der Ereignisse, nicht aus. Die Teufelskräfte werden in dem Kämpfen immer sinnvoll eingesetzt und könnten unterschiedlicher nicht sein, so dass kein Kampf dem anderen gleicht. Auch hier beweist Oda-sensei großen Einfallsreichtum.

Das Hauptaugenmerk der Serie ist wohl das Thema Freundschaft, welches durch Ruffys Piratencrew eindrucksvoll präsentiert wird. Die Crew wächst immer mehr zusammen und geht durch dick und dünn. Man freut sich als Leser einfach ihnen bei ihren Abenteuern zuzusehen oder mit ihnen am Deck des Schiffes zu entspannen und zu feiern. Auch hier weiß Oda-sensei wieder gekonnt dramatische Elemente einzubauen, wenn sich die Crew untereinander mal streitet oder die geheimnisvolle Vergangenheit eines Freundes ihn plötzlich einholt und alles durcheinander bringt.

Closing Comments

Es ist schwierig dieser Serie in einem Review gerecht zu werden, da es so viele Aspekte gibt, die man nicht beleuchten kann, da man ansonsten den Rahmen eines normalen Reviews sprengen würde und wohl auch den Lesern, die die Serie noch nicht kennen, die Spannung raubt. Eigentlich hätte jedes Ereignis, jeder Ort, jeder Charakter, ein eigenes Review verdient. Selten beweist ein Manga so viel Abwechslung in allen Punkten wie hier. Es wird nie langweilig, man erfährt immer irgendetwas Neues und Story und Charaktere werden zunehmend „erwachsener“ und umfangreicher. Was zu Beginn noch als eine schöne Abenteuergeschichte anmutet, wird zu einem Epos, das seinesgleichen sucht. Stetig werden neue Elemente eingeführt, Geheimnisse aufgedeckt und ebenso aufgeworfen. Es bleibt abzuwarten wohin das Ganze noch führt. Eines ist sicher: Wir werden uns noch lange an dieser Serie erfreuen dürfen, denn ein Ende ist nicht in Sicht!